Dateivorbereitung für Lasergravur und Lasercut — der vollständige Leitfaden

Die richtige Datei ist die halbe Miete: Erfahren Sie, welche Formate sich für Laser eignen, worauf es bei Auflösung und Farbmodus ankommt und welche typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Hexagonales Tischschild aus Holz per Lasercut geschnitten für eine Hochzeitsfeier

Sie haben das perfekte Motiv im Kopf, das ideale Material ausgewählt und möchten Ihr Projekt endlich in Auftrag geben — doch dann stellt sich die Frage: Welches Dateiformat brauche ich eigentlich für den Laser? Und was bedeuten Begriffe wie Vektor, Raster, DPI oder Kerf?

Die Dateivorbereitung ist einer der entscheidendsten Schritte auf dem Weg zu einem perfekten Laserergebnis. Eine gut vorbereitete Datei spart Zeit, vermeidet Nachbearbeitungen und sorgt dafür, dass Ihre Gravur oder Ihr Schnitt exakt so aussieht, wie Sie es sich vorstellen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es ankommt — von der Wahl des richtigen Formats bis zur optimalen Auflösung.

Ob Sie ein SVG für Laser erstellen, ein Foto für die Gravur vorbereiten oder eine Schnittdatei anlegen möchten: Nach diesem Leitfaden wissen Sie genau, was zu tun ist.

Dateiformate für den Laser — Vektor vs. Raster

Erinnerungsbox mit lasergravierten Details — Ergebnis einer korrekt vorbereiteten Datei

Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien von Dateien, die beim Lasern relevant sind: Vektorgrafiken und Rastergrafiken. Beide haben ihre Berechtigung — aber für unterschiedliche Zwecke.

Vektorgrafiken (SVG, DXF, AI, EPS, PDF)

Vektordateien bestehen aus mathematisch definierten Pfaden, Linien und Formen. Der große Vorteil: Sie lassen sich verlustfrei in jeder Größe skalieren. Egal ob 2 cm oder 2 Meter — die Kanten bleiben immer gestochen scharf. Deshalb sind Vektoren das bevorzugte Format für Laserarbeiten.

  • SVG (Scalable Vector Graphics): Das universelle Standardformat für Laser. Kann in nahezu jeder Software geöffnet und bearbeitet werden. Unser am häufigsten verwendetes Format.
  • DXF (Drawing Exchange Format): Stammt aus dem CAD-Bereich und wird besonders für technische Zeichnungen und präzise Schnittdateien verwendet.
  • AI / EPS: Adobe-Illustrator-Formate, die wir ebenfalls verarbeiten können. Ideal, wenn Sie bereits in Illustrator arbeiten.
  • PDF: Kann sowohl Vektor- als auch Rasterelemente enthalten. Achten Sie darauf, dass Texte in Pfade umgewandelt sind.

Wichtig: Für Lasercut ist ein Vektorformat zwingend erforderlich. Der Laser folgt beim Schneiden exakt dem definierten Pfad. Eine Rastergrafik kann nicht geschnitten werden.

Rastergrafiken (PNG, JPG, BMP, TIFF)

Rastergrafiken bestehen aus einem Pixelraster — einem Gitter aus einzelnen Bildpunkten. Beim Vergrößern werden die Pixel sichtbar, das Bild wird unscharf. Für Gravuren sind Rastergrafiken dennoch gut geeignet, besonders für Fotos und komplexe Motive mit Schattierungen.

  • PNG: Verlustfrei komprimiert, unterstützt Transparenz. Ideal für Logos und Grafiken mit klaren Kanten.
  • JPG: Verlustbehaftet komprimiert. Gut für Fotogravuren, aber Artefakte bei starker Kompression können im Ergebnis sichtbar werden.

Für Gravuren empfehlen wir eine Mindestauflösung von 300 DPI bei der finalen Druckgröße. Ein Motiv, das 10 x 10 cm groß graviert werden soll, sollte also mindestens 1.181 x 1.181 Pixel haben.

Liniendicke, Farbmodus und Schnittlinien

Neben dem Dateiformat gibt es technische Details, die über Erfolg oder Misserfolg Ihres Laserprojekts entscheiden:

Liniendicke für Lasercut

Schnittlinien müssen als Haarlinie (0,001 mm bis 0,01 mm) angelegt werden. Nur so erkennt die Lasersoftware die Linie als Schnittpfad und nicht als zu gravierenden Bereich. Eine Linie mit 1 mm Breite würde der Laser als Gravurfläche interpretieren und die gesamte Breite abtragen — statt sauber zu schneiden.

Farbtrennung für kombinierte Dateien

Wenn Ihre Datei sowohl Gravur- als auch Schnittbereiche enthält, werden diese durch Farben getrennt. Die gängigste Konvention:

  • Schwarz: Gravurflächen (gefüllte Bereiche, die gerastert werden)
  • Rot (RGB 255, 0, 0): Schnittlinien (Haarlinien, die als Vektorschnitt ausgeführt werden)
  • Blau (RGB 0, 0, 255): Optional für eine zweite Schnittebene oder Ritzlinien

Diese Zuordnung wird in der Lasersoftware konfiguriert und kann variieren. Bei LaserFein verwenden wir diese Standardfarben — wenn Sie Ihre Datei entsprechend anlegen, beschleunigt das die Bearbeitung erheblich.

Farbmodus

Für Gravuren arbeiten die meisten Laser in Graustufen: Helle Bereiche werden schwach oder gar nicht graviert, dunkle Bereiche tief. Deshalb sollte Ihre Gravurdatei in Graustufen oder Schwarz-Weiß vorliegen. Farbige Bilder werden automatisch umgewandelt, aber das Ergebnis ist vorhersehbarer, wenn Sie die Konvertierung selbst kontrollieren.

Für Fotogravuren auf Holz kommt zusätzlich ein Dithering-Algorithmus zum Einsatz (meist Floyd-Steinberg), der Graustufen in ein Punktmuster umwandelt. Unser Konfigurator zeigt Ihnen eine Vorschau dieses Ditherings, damit Sie das Ergebnis vor der Bestellung beurteilen können.

Empfohlene Tools für die Dateierstellung

Save-the-Date-Karte aus Holz mit Lasergravur als Beispiel für ein gelungenes Dateiprojekt

Sie müssen kein Profi-Designer sein, um eine gute Laserdatei zu erstellen. Hier sind die besten Werkzeuge — von kostenlos bis professionell:

Inkscape (kostenlos)

Inkscape ist ein leistungsstarker, quelloffener Vektoreditor, der SVG als natives Format nutzt. Ideal für die Erstellung von Schnittlinien, Texten und einfachen Grafiken. Unser Tipp: Wandeln Sie Texte über „Pfad > Objekt in Pfad umwandeln" in Konturen um, bevor Sie die Datei exportieren. So vermeiden Sie Schriftartprobleme.

Adobe Illustrator (Abo)

Der Branchenstandard für professionelle Vektorgrafiken. Bietet präzise Pfadbearbeitung, Unterstützung aller gängigen Formate und hervorragende Export-Optionen. Für komplexe Designs und professionelle Anwender die erste Wahl.

Canva (kostenlos / Pro)

Canva eignet sich gut für einfache Text- und Logo-Designs. Wichtig: Canva exportiert standardmäßig PNG oder PDF — für Lasercut müssen Sie den SVG-Export verwenden (nur in Canva Pro verfügbar). Für reine Gravurprojekte reicht ein hochaufgelöstes PNG aus Canva völlig aus.

Weitere nützliche Tools

  • Affinity Designer: Professionelle Illustrator-Alternative zum Einmalpreis, exportiert SVG und PDF
  • Figma: Browserbasiert und kostenlos, gut für SVG-Export einfacher Designs
  • GIMP (kostenlos): Für die Nachbearbeitung von Fotos vor der Gravur — Kontrast, Helligkeit, Graustufen-Konvertierung

Die häufigsten Fehler bei der Dateivorbereitung

Selbst erfahrene Designer machen bei Laserdateien manchmal Fehler, die das Ergebnis beeinträchtigen. Hier sind die häufigsten Stolperfallen — und wie Sie sie vermeiden:

1. Text nicht in Pfade umgewandelt

Wenn Sie Text in einer SVG- oder PDF-Datei belassen, ohne ihn in Kurven umzuwandeln, hängt die korrekte Darstellung von der installierten Schriftart ab. Fehlt die Schrift auf dem Verarbeitungsrechner, wird eine Ersatzschrift verwendet — und das Ergebnis sieht anders aus als geplant. Lösung: Text immer in Pfade konvertieren.

2. Zu niedrige Auflösung bei Rastergrafiken

Ein Foto mit 72 DPI aus dem Internet sieht auf dem Bildschirm passabel aus, ergibt aber eine unscharfe, pixelige Gravur. Für gute Ergebnisse benötigen Sie mindestens 300 DPI bei der tatsächlichen Gravurgröße. Für sehr feine Details empfehlen sich sogar 500 DPI.

3. Offene Pfade bei Schnittdateien

Schnittlinien müssen geschlossene Pfade sein — Start- und Endpunkt müssen übereinstimmen. Ein offener Pfad kann dazu führen, dass das Material nicht vollständig durchtrennt wird oder der Laser einen unerwünschten Weg zurück zum Ausgangspunkt fährt.

4. Doppelte Linien und überlappende Pfade

Wenn zwei Schnittlinien übereinander liegen, schneidet der Laser die gleiche Stelle zweimal. Das verbrennt das Material unnötig und kann zu unsauberen Kanten führen. Kontrollieren Sie Ihre Datei im Drahtgittermodus auf Doppelungen.

5. Keinen Abstand zwischen Gravur und Schnittkante

Gravierte Elemente sollten mindestens 1 mm Abstand zur Schnittkante haben. Die Hitze beim Schneiden kann angrenzende Gravurbereiche verfärben oder beschädigen. Planen Sie diesen Sicherheitsabstand bereits in der Datei ein.

6. Zu filigrane Stege bei Lasercut

Dünne Verbindungsstege unter 1 mm Breite brechen bei Holz leicht ab. Bei Acryl können sie bei etwa 0,8 mm noch halten, bei Holz empfehlen wir mindestens 1,5 mm Breite für stabile Verbindungen.

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Häufig gestellte Fragen

Welches Dateiformat ist am besten für Lasergravur?
Für reine Gravuren eignen sich sowohl Vektorformate (SVG, DXF) als auch hochaufgelöste Rastergrafiken (PNG, JPG mit mindestens 300 DPI). Für Lasercut sind Vektordateien zwingend erforderlich. Am vielseitigsten ist SVG — es funktioniert für Gravur und Schnitt und kann in fast jeder Software erstellt werden.
Wie hoch muss die Auflösung für Lasergravur sein?
Wir empfehlen mindestens 300 DPI bei der tatsächlichen Gravurgröße. Für besonders feine Details oder Fotogravuren sind 500 DPI ideal. Wichtig ist die Auflösung bei der finalen Größe — ein 100-DPI-Bild, das auf 50 % verkleinert wird, hat effektiv 200 DPI, was oft noch nicht ausreicht.
Kann ich eine Canva-Datei für den Laser verwenden?
Ja, mit Einschränkungen. Canva kann hochaufgelöste PNG-Dateien exportieren, die sich für Gravuren eignen. Für Lasercut benötigen Sie den SVG-Export, der allerdings nur in Canva Pro verfügbar ist. Achten Sie beim SVG-Export darauf, dass Texte korrekt als Pfade exportiert werden.
Was bedeutet „Text in Pfade umwandeln"?
Beim Umwandeln von Text in Pfade wird der editierbare Text in feste Formen (Vektorkurven) konvertiert. Danach kann der Text nicht mehr bearbeitet werden, aber die Darstellung ist unabhängig von der installierten Schriftart immer korrekt. In Inkscape geht das über „Pfad > Objekt in Pfad umwandeln", in Illustrator über „Schrift > In Pfade umwandeln".
Kann LaserFein meine Datei anpassen, wenn etwas nicht stimmt?
Ja, wir prüfen jede eingehende Datei vor der Produktion. Kleine Korrekturen — wie das Schließen offener Pfade oder die Anpassung der Liniendicke — nehmen wir kostenlos vor. Bei umfangreicheren Änderungen oder komplett neuen Designs erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot über unsere Projektanfrage.