Lasergravur vs. Lasercut — der vollständige Vergleich

Zwei Laserverfahren, zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse: Wir erklären die technischen Unterschiede, zeigen typische Einsatzgebiete und verraten, wann eine Kombination aus Gravur und Schnitt die beste Lösung ist.

Namensschriftzug aus Holz per Lasercut als elegante Tischdeko

Wer sich zum ersten Mal mit Lasertechnik beschäftigt, stößt schnell auf zwei zentrale Begriffe: Lasergravur und Lasercut. Beide Verfahren nutzen gebündeltes Licht, um Material zu bearbeiten — doch das Ergebnis könnte unterschiedlicher nicht sein. Bei der Gravur wird die Oberfläche markiert, beim Schnitt wird das Material vollständig durchtrennt.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen ausführlich, wie sich Lasergravur vs. Lasercut technisch unterscheiden, welches Verfahren für welchen Zweck geeignet ist und warum die Kombination beider Methoden oft die überzeugendsten Ergebnisse liefert. So können Sie für Ihr nächstes Projekt die richtige Entscheidung treffen — ob personalisiertes Geschenk, Hochzeitsdeko oder individuelles Firmenpräsent.

Was ist Lasergravur? — Oberfläche veredeln, nicht durchtrennen

Lasergravur auf Holz als Save-the-Date-Karte im Kalenderdesign

Bei der Lasergravur wird die Oberfläche eines Materials durch den Laser gezielt abgetragen oder verfärbt. Der Laserstrahl bewegt sich in horizontalen Linien über die Fläche — ähnlich wie ein Drucker — und trägt dabei Schicht für Schicht Material ab. Die Tiefe der Gravur lässt sich dabei exakt steuern: von einer hauchfeinen Markierung von wenigen Zehntelmillimetern bis hin zu einer deutlich spürbaren Vertiefung von ein bis zwei Millimetern.

Das Ergebnis ist eine dauerhafte, abriebfeste Markierung, die sich weder abwaschen noch abreiben lässt. Auf Holz entsteht durch die Hitzeeinwirkung ein charakteristischer Braunton, dessen Intensität sich über die Laserleistung regulieren lässt. Auf Acrylglas wird die Oberfläche mattiert und erscheint weiß — besonders eindrucksvoll bei durchsichtigen oder farbigen Materialien.

Typische Anwendungen der Lasergravur

  • Texte und Namen: Personalisierte Widmungen auf Geschenken, Geburtstafeln, Tischkarten
  • Logos und Grafiken: Firmenbranding auf Werbemitteln, Visitenkartenhaltern, Produktverpackungen
  • Fotogravuren: Porträts und Erinnerungsbilder auf Holz oder Schiefer
  • Skalierungen und Markierungen: Maßeinheiten auf Schneidebrettern, Linealen oder Werkzeugen
  • Dekorative Muster: Ornamente, Mandalas oder florale Designs auf Schmuckstücken und Deko-Objekten

Die Gravurgeschwindigkeit hängt von der Größe des Motivs, dem gewählten Detailgrad und dem Material ab. Kleine Gravuren — etwa ein Name auf einem Schlüsselanhänger — sind in wenigen Sekunden fertig. Eine vollflächige Fotogravur auf einer DIN-A4-Holzplatte kann hingegen 20 bis 40 Minuten dauern.

Was ist Lasercut? — Material präzise durchtrennen

Filigrane Namensschriftzüge aus Holz per Lasercut geschnitten

Beim Lasercut (Laserschneiden) wird der Laserstrahl so stark fokussiert, dass er das Material vollständig durchtrennt. Anders als bei der Gravur folgt der Laser hier einer Vektorlinie — also einem vordefinierten Pfad — und schneidet entlang dieser Kontur. Die Schnittbreite (der sogenannte Kerf) beträgt bei den meisten Materialien nur 0,1 bis 0,3 mm, was extrem filigrane Formen ermöglicht.

Lasercut eignet sich hervorragend für die Herstellung freistehender Formen: ausgeschnittene Buchstaben, filigrane Ornamente, Puzzleteile oder geometrische Dekorationen. Das Material wird dabei sauber und ohne Ausfransen durchtrennt — ganz ohne mechanischen Druck, der das Werkstück verformen könnte.

Typische Anwendungen von Lasercut

  • Namensschriftzüge: Freistehende Namen aus Holz oder Acryl als Tischdeko oder Geschenk
  • Einladungskarten: Filigran ausgeschnittene Karten aus Papier oder dünnem Holz
  • Dekorative Formen: Schneeflocken, Herzen, Sterne, Tierfiguren als Anhänger oder Baumschmuck
  • Puzzle und Spiele: Individuelle Puzzles aus Holz oder Acryl mit eigenen Motiven
  • Schablonen und Vorlagen: Präzise Schablonen für Malerei, Handlettering oder industrielle Anwendungen
  • Funktionale Teile: Passgenau geschnittene Gehäuse, Halterungen oder Prototypen

Die maximale Schneidedicke hängt vom Material und der Laserleistung ab. Mit einem CO2-Laser lassen sich Hölzer bis etwa 10 mm Stärke sauber schneiden. Acrylglas ist bis circa 8 mm möglich, Filz und Leder bis 3–4 mm, Papier und Karton natürlich deutlich einfacher.

Lasergravur vs. Lasercut im direkten Vergleich

Um den Unterschied zwischen Gravieren und Schneiden auf einen Blick zu erfassen, haben wir die wichtigsten Merkmale gegenübergestellt:

MerkmalLasergravurLasercut
FunktionsprinzipOberflächenabtrag / VerfärbungVollständiges Durchtrennen
BewegungsmusterRasterweise (zeilenweise)Vektorbasiert (Pfad)
Tiefe0,1–2 mm (steuerbar)Komplette Materialstärke
Dateityp idealRaster (PNG, JPG) oder VektorVektor zwingend (SVG, DXF)
KantenqualitätWeiche Übergänge möglichSaubere, glatte Schnittkante
GeschwindigkeitAbhängig von FlächengrößeAbhängig von Pfadlänge
Typisches ErgebnisBeschriftung, Dekoration, FotoAusgeschnittene Form, Kontur

Ein häufiges Missverständnis: Lasercut ist nicht automatisch „besser" oder „stärker" als Lasergravur. Es sind schlicht zwei verschiedene Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben. Ein graviertes Schneidebrett braucht keinen Schnitt, ein freistehender Namensschriftzug keine Gravur — manchmal aber beides.

Kombination: Gravur und Schnitt in einem Projekt

Platzkarte aus Holz mit lasergeschnittenem Namen und graviertem Hochzeitsdetail

Die spannendsten Ergebnisse entstehen oft durch die Kombination von Lasergravur und Lasercut in einem einzigen Arbeitsgang. Moderne Lasersoftware ermöglicht es, Gravur- und Schnittlinien in derselben Datei zu definieren. Der Laser führt dann zuerst die Gravur aus und schneidet anschließend die Konturen — alles in einem Durchlauf, ohne das Werkstück bewegen zu müssen.

Beispiele für kombinierte Projekte

  • Tischkarten mit Namen: Die Kontur der Karte wird per Lasercut ausgeschnitten, der Gastname per Gravur aufgebracht
  • Schlüsselanhänger: Die Form (Herz, Kreis, Rechteck) wird geschnitten, Text oder Logo werden graviert
  • Hochzeitsdeko: Freistehende Namensschilder mit gravierten Ornamenten und dem Hochzeitsdatum
  • Firmengeschenke: Ausgeschnittene Formen mit graviertem Firmenlogo und Claim
  • Spielzeug und Puzzle: Geschnittene Puzzleteile mit gravierten Motiven auf der Oberfläche

Bei LaserFein arbeiten wir standardmäßig mit kombinierten Dateien. In unserem Konfigurator können Sie sowohl Gravur- als auch Schnittoptionen für Ihr Projekt auswählen. Für komplexere Projekte mit individuellen Schnittformen empfehlen wir die individuelle Projektanfrage.

Worauf Sie bei der Kombination achten sollten

Damit Gravur und Schnitt perfekt zusammenpassen, ist die richtige Reihenfolge entscheidend: Immer zuerst gravieren, dann schneiden. Wird zuerst geschnitten, kann sich das Material bewegen, und die Gravur sitzt nicht mehr an der richtigen Stelle. Außerdem sollten Gravurelemente einen Mindestabstand von etwa 1 mm zur Schnittkante haben, damit die Schnittwärme das Gravurergebnis nicht beeinträchtigt.

In der Dateivorbereitung werden Schnittlinien üblicherweise als Vektorpfade mit einer sehr dünnen Linie (0,01 mm) in einer bestimmten Farbe angelegt — häufig Rot. Gravurflächen werden als gefüllte Formen oder Rastergrafiken definiert. So erkennt die Lasersoftware automatisch, welche Bereiche graviert und welche geschnitten werden sollen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lasergravur und Lasercut?
Bei der Lasergravur wird die Oberfläche des Materials markiert oder vertieft, ohne es zu durchtrennen. Der Laser trägt dabei kontrolliert Material ab und erzeugt eine dauerhafte Beschriftung oder ein Muster. Beim Lasercut hingegen wird der Laserstrahl so stark gebündelt, dass er das Material vollständig durchschneidet und freistehende Formen entstehen. Beide Verfahren lassen sich in einem Arbeitsgang kombinieren.
Kann man Lasergravur und Lasercut gleichzeitig machen?
Ja, das ist nicht nur möglich, sondern bei vielen Projekten sogar die empfohlene Vorgehensweise. In einer einzigen Datei können sowohl Gravur- als auch Schnittbereiche definiert werden. Der Laser graviert zuerst die Oberfläche und schneidet anschließend die Konturen aus — alles ohne Umspannen des Werkstücks.
Welches Verfahren ist schneller — Gravur oder Schnitt?
Das hängt vom Projekt ab. Ein einzelner Schnitt entlang einer Kontur dauert oft nur Sekunden. Eine flächige Gravur kann je nach Größe und Detailgrad mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Bei sehr langen, verschlungenen Schnittpfaden kann der Cut allerdings auch länger dauern als eine einfache Textgravur.
Welche Dateiformate brauche ich für Lasercut?
Für Lasercut sind Vektordateien zwingend erforderlich — idealerweise im SVG- oder DXF-Format. Der Laser folgt beim Schneiden exakt den definierten Pfaden. Rastergrafiken (PNG, JPG) können nicht für Schnitte verwendet werden, eignen sich aber hervorragend für Gravuren.
Welche Materialien kann LaserFein gravieren und schneiden?
Bei LaserFein bearbeiten wir Holz (Birke, Buche, Eiche, MDF, Bambus), Acrylglas, Filz, Leder, Schiefer und Papier. Nicht alle Materialien eignen sich für beide Verfahren: Schiefer lässt sich beispielsweise gravieren, aber nicht sauber schneiden. Details zu allen Materialien finden Sie auf unserer Leistungsseite.