Welche Materialien kann man lasern? — die komplette Übersicht

Von Holz über Acrylglas bis Schiefer: Wir zeigen Ihnen, welche Materialien sich für Lasergravur und Lasercut eignen, welche Ergebnisse Sie erwarten können — und welche Stoffe Sie niemals in den Laser legen sollten.

Erinnerungsbox aus Holz und Acrylglas mit personalisierter Lasergravur

Einer der größten Vorteile der Lasertechnologie ist ihre Vielseitigkeit: Mit dem richtigen Laser lassen sich erstaunlich viele Materialien bearbeiten — von verschiedenen Holzarten über Kunststoffe und Naturmaterialien bis hin zu Stein. Doch nicht jedes Material eignet sich gleichermaßen, und manche Stoffe dürfen aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall gelasert werden.

In diesem umfassenden Ratgeber geben wir Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Materialien, die sich für Lasergravur und Lasercut eignen. Sie erfahren, welche Ergebnisse jedes Material liefert, für welche Anwendungen es sich am besten eignet und worauf Sie bei der Materialwahl achten sollten.

Bei LaserFein arbeiten wir mit einem CO2-Laser und einem Faser-/Diodenlaser, die zusammen ein breites Spektrum an Materialien abdecken. Hier finden Sie alles, was Sie über die Möglichkeiten — und Grenzen — der Laserbearbeitung wissen müssen.

Materialien, die sich hervorragend lasern lassen

Verschiedene lasergravierte Materialien — Holz mit botanischem Design

Holz — der Klassiker

Holz ist das beliebteste Material für Lasergravur und Lasercut. Der CO2-Laser erzeugt auf Holz eine dunkelbraune Verfärbung, deren Intensität sich über die Laserleistung steuern lässt. Je heller das Holz, desto stärker der Kontrast. Gravur und Schnitt sind bei nahezu allen Holzarten möglich.

  • Birke: Hell, gleichmäßig, hoher Kontrast — perfekt für filigrane Gravuren und Tischkarten
  • Buche: Robust, warm im Farbton — ideal für Schneidebretter und Alltagsgegenstände
  • Eiche: Markante Maserung, edel — für hochwertige Geschenke und Schilder
  • MDF: Homogene Oberfläche ohne Maserung — optimal für Logos und gleichmäßige Gravuren
  • Bambus: Nachhaltig, hart, kräftiger Kontrast — für umweltbewusste Projekte

Schneidbare Dicke: Bis ca. 10 mm (je nach Holzart und Laserleistung). Für stärkere Materialien sind mehrere Durchgänge oder ein leistungsstärkerer Laser erforderlich.

Acrylglas (Plexiglas)

Acrylglas reagiert besonders eindrucksvoll auf den Laser: Bei der Gravur wird die transparente Oberfläche weiß mattiert, was einen faszinierenden Frost-Effekt erzeugt. In Kombination mit LED-Beleuchtung leuchtet die gravierte Stelle auf — die Grundlage für beliebte LED-Leuchtschilder und Nachtlichter.

Beim Lasercut entstehen glatte, polierte Schnittkanten, die keinerlei Nachbearbeitung benötigen. Acrylglas lässt sich in Stärken von 2 bis 8 mm sauber schneiden. Erhältlich in transparent, weiß, schwarz und verschiedenen Farben.

Wichtig: Es muss sich um gegossenes Acrylglas handeln. Extrudiertes Acryl kann beim Lasern schmelzen statt sauber zu schneiden.

Leder

Echtleder und pflanzlich gegerbtes Leder lassen sich wunderbar gravieren und schneiden. Die Gravur erzeugt eine dunkle Markierung, die je nach Lederart und -farbe unterschiedlich kontrastiert. Besonders beliebt sind gravierte Lesezeichen, Geldbörsen, Armbänder und Schlüsselanhänger.

Beim Schnitt entstehen saubere, leicht versiegelte Kanten — der Laser verschließt die Fasern durch die Hitze, sodass das Leder an den Kanten nicht ausfranst. Schneidbar bis etwa 3 mm Stärke.

Hinweis: Nur pflanzlich gegerbtes Leder oder Echtleder verwenden. Chromgegerbtes Leder kann beim Lasern giftige Dämpfe freisetzen.

Schiefer

Naturschiefer eignet sich ausgezeichnet für Lasergravuren. Die dunkle, matte Oberfläche wird durch den Laser aufgehellt — es entsteht ein heller, leicht gräulicher Kontrast auf dem schwarzen Stein. Besonders beliebt für Türschilder, Untersetzer, Hausnummern und Gedenktafeln.

Lasercut ist bei Schiefer nicht möglich — der Stein lässt sich mit einem CO2-Laser nicht durchtrennen. Die Gravur ist jedoch dauerhaft, witterungsbeständig und äußerst dekorativ.

Weitere laserbare Materialien

Hexagonales Tischschild aus Holz — eines von vielen laserbaren Materialien

Filz

Filz lässt sich sowohl gravieren als auch schneiden. Beim Schnitt versiegelt der Laser die Kanten, sodass der Filz nicht ausfranst — ein großer Vorteil gegenüber dem mechanischen Schneiden. Gravuren auf Filz erscheinen als leichte Verfärbung oder als eingebranntes Muster. Typische Anwendungen: Untersetzer, Tischsets, Dekoanhänger, Taschen und Verpackungselemente.

Tipp: Wollfilz liefert die besten Ergebnisse. Synthetische Filzsorten können schmelzen statt sauber zu schneiden.

Papier und Karton

Papier und Karton lassen sich extrem filigran schneiden — der Laser ermöglicht Schnitte, die mit Scheren oder Stanzformen unmöglich wären. Einladungskarten, Faltschachteln, Pop-up-Karten und filigrane Papierschnitte sind typische Einsatzbereiche. Gravuren auf Papier sind möglich, erfordern aber eine sorgfältige Leistungseinstellung, um ein Durchbrennen zu vermeiden.

Schneidbare Stärke: Bis ca. 2 mm Karton. Dünneres Papier ab 120 g/m² wird sauber geschnitten, bei weniger als 80 g/m² besteht Brandgefahr.

Kork

Naturkork reagiert ähnlich wie Holz auf den Laser und erzeugt eine dunkle Gravurmarkierung auf der hellbraunen Oberfläche. Kork lässt sich bis zu einer Dicke von etwa 4 mm schneiden. Beliebte Produkte: Untersetzer, Pinnwand-Elemente, Wanddekoration und nachhaltige Geschenkanhänger.

Eloxiertes Aluminium

Während blankes Metall mit einem CO2-Laser nicht bearbeitet werden kann, lässt sich die eloxierte Schicht auf Aluminium durch den Laser abtragen. Dabei entsteht ein heller, metallisch glänzender Kontrast auf der farbigen Eloxalschicht. Anwendungen: Typenschilder, industrielle Kennzeichnungen, Schlüsselanhänger mit Metalloptik.

Was man NICHT lasern darf — Sicherheitshinweise

Manche Materialien dürfen aus gesundheitlichen oder technischen Gründen niemals mit einem Laser bearbeitet werden. Die bei der Laserbearbeitung entstehenden Dämpfe können in manchen Fällen hochgiftig sein oder den Laser selbst beschädigen.

PVC und Vinyl

Absolutes Verbot. PVC (Polyvinylchlorid) setzt beim Lasern Chlorwasserstoffgas (Salzsäure) frei. Dieses Gas ist nicht nur extrem gesundheitsschädlich, sondern greift auch die Metallteile des Lasers an und kann die Optik dauerhaft beschädigen. PVC erkennen Sie oft am typischen Recyclingcode „3" oder der Kennzeichnung „V".

Metalle (mit CO2-Laser)

Ein CO2-Laser kann blanke Metalloberflächen nicht gravieren oder schneiden. Der Laserstrahl wird vom Metall reflektiert, ohne eine Markierung zu hinterlassen. Für die Metallbearbeitung sind Faserlaser oder spezielle Markierungslaser erforderlich. Ausnahme: Eloxiertes oder beschichtetes Metall, bei dem die Beschichtung abgetragen wird.

Polystyrol (Styropor)

Polystyrol fängt beim Lasern leicht Feuer und erzeugt giftige Dämpfe. Es ist weder für Gravur noch für Schnitt geeignet und stellt ein erhebliches Brandrisiko dar.

ABS-Kunststoff

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) erzeugt beim Lasern giftige Blausäuredämpfe (Cyanwasserstoff). Trotz seiner weiten Verbreitung im 3D-Druck ist ABS für die Laserbearbeitung nicht geeignet.

Kohlefaser / Glasfaser

Verbundwerkstoffe mit Kohle- oder Glasfaser setzen beim Lasern winzige Partikel frei, die eingeatmet werden können und gesundheitsschädlich sind. Zudem können die Fasern den Laserstrahl unkontrolliert streuen.

Chromgegerbtes Leder

Im Gegensatz zu pflanzlich gegerbtem Leder setzt chromgegerbtes Leder beim Lasern Chrom-VI-Verbindungen frei, die krebserregend sind. Verwenden Sie ausschließlich pflanzlich gegerbtes Leder oder synthetisches Kunstleder auf Polyurethan-Basis (PU).

Im Zweifel: Fragen Sie uns. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Material gelasert werden kann, kontaktieren Sie uns gerne über unsere Projektanfrage. Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich.

Material-Übersicht auf einen Blick

Damit Sie schnell die richtige Entscheidung treffen können, haben wir alle Materialien und ihre Eignung zusammengefasst:

MaterialGravurSchnittBesonderheit
Birke / Buche / EicheJaJa (bis ~10 mm)Brauner Kontrast, natürliche Optik
MDFJaJa (bis ~8 mm)Homogene Oberfläche, gleichmäßig
BambusJaJa (bis ~8 mm)Nachhaltig, kräftiger Kontrast
AcrylglasJa (Frost-Effekt)Ja (bis ~8 mm)Nur gegossenes Acryl verwenden
LederJaJa (bis ~3 mm)Nur pflanzlich gegerbt
SchieferJaNeinHelle Gravur auf dunklem Stein
FilzJaJa (bis ~4 mm)Versiegelte Kanten, kein Ausfransen
Papier / KartonBedingtJa (bis ~2 mm)Extrem filigrane Schnitte möglich
KorkJaJa (bis ~4 mm)Nachhaltig, warme Optik
PVC / VinylNEIN — giftige Dämpfe!
Metall (blank)Nein mit CO2-Laser (Faserlaser nötig)
ABS / PolystyrolNEIN — giftige Dämpfe!

Alle bei LaserFein verfügbaren Materialien können Sie direkt in unserem Konfigurator auswählen. Für Sondermaterialien oder größere Projekte nutzen Sie unsere individuelle Projektanfrage.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Materialien kann man mit einem Laser gravieren?
Mit einem CO2-Laser lassen sich zahlreiche Materialien gravieren: Holz (Birke, Buche, Eiche, MDF, Bambus), Acrylglas, Leder (pflanzlich gegerbt), Schiefer, Filz, Papier, Kork und eloxiertes Aluminium. Die Ergebnisse variieren je nach Material — von dunkler Verfärbung auf Holz bis zum weißen Frost-Effekt auf Acrylglas.
Kann man Metall mit dem Laser gravieren?
Blankes Metall kann mit einem CO2-Laser nicht bearbeitet werden — der Strahl wird reflektiert. Eloxiertes oder beschichtetes Metall ist eine Ausnahme: Hier kann die Beschichtung durch den Laser abgetragen werden. Für die direkte Gravur auf blankem Metall wird ein Faserlaser benötigt.
Warum darf PVC nicht gelasert werden?
PVC (Polyvinylchlorid) setzt beim Lasern Chlorwasserstoffgas frei — im Grunde Salzsäure in Gasform. Diese Dämpfe sind extrem gesundheitsschädlich, greifen die Metallteile und Optiken des Lasers an und können die Maschine dauerhaft beschädigen. PVC ist daher bei allen seriösen Laserdienstleistern ausgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen gegossenem und extrudiertem Acryl?
Gegossenes Acrylglas wird in Formen gegossen und härtet langsam aus. Es lässt sich sauber schneiden und erzeugt bei der Gravur den gewünschten weißen Frost-Effekt. Extrudiertes Acryl wird maschinell gepresst, ist günstiger, neigt aber beim Lasern zum Schmelzen statt zum Verdampfen. Für Laserarbeiten sollte immer gegossenes Acryl verwendet werden.
Kann man Glas mit dem Laser gravieren?
Ja, Glas lässt sich mit einem CO2-Laser gravieren. Der Laser erzeugt winzige Mikrorisse auf der Glasoberfläche, die als matte, weiße Markierung erscheinen. Ein Schneiden von Glas ist mit dem Laser allerdings nicht möglich. Bei LaserFein bieten wir Glasgravuren auf Anfrage über unsere Projektanfrage an.